Vielen Dank an Sonja Tajsich für diesen Beitrag, der aus der Zeitschrift
active woman stammt.

Natürliche Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte
Der Winter steht vor der Tür und die Bazillen klopfen an die Pforte – wie schaffe ich es dieses Jahr, mich vor den herumschwir-renden Krankheitserregern zu schützen? Es ist so schwierig, denn an jeder Ecke sieht man verschnupfte Gesichter, Niesen und Husten gehört zum Alltag. Doch es gibt Möglichkeiten, sein Immunsystem recht-zeitig auf Vordermann zu bringen und so zu stärken, dass den Eindringlingen Ihr Vorhaben schwer gemacht wird – gib dem Virus keine Chance!
Um sich vor Infektionen zu schützen, benötigt man ein funktionierendes Abwehrsystem, das jegliche Krankheitserreger und andere körperfremde Stoffe erkennt und bekämpfen kann. Eine kurze Erläuterung soll auf einfache Weise die Wirkungsweise des Immunsystems darstellen, um besseres Verständnis zu erzielen:
Unser Immunsystem benötigt zum Funktionieren bestimmte Zellen und deren Vorstufen - die B-Lymphozyten, die zusammen mit anderen Immunzellen im Knochenmark produziert werden und die T-Lymphozyten, so genannte Vorläuferzellen, die auch aus dem Knochenmark stammen. Sie werden in Thymus, Milz, Gaumen- und den Rachenmandeln und den Lymphknoten entwickelt und vermehrt. Zudem werden Antikörper eingesetzt, so genannte Immunglobuline. Hierbei handelt es sich um Eiweißstoffe, die vom Immunsystem gebildet werden. Wird ein körperfremdes Gen erkannt, produzieren die Immunzellen Antikörper, die zu diesem Antigen passen. Sie sind in der Lage, an dem Fremdkörper anzudocken und einen Antigen-Antikörper-Komplex zu bilden. Dadurch wird signalisiert, dass Fremdkörper vorhanden sind. Spezialisierte Zellen zerstören den Antigen-Antikörper-Komplex und entfernen ihn aus dem Körper.
Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese Vorgehensweise zu unterstützen und zu fördern. Zum einen helfen gezielte Nahrungsgewohnheiten der Stabilisierung auf die Sprünge, zum anderen kann man mit cleverem Training Einbrüche verhindern.

Intensive Trainingseinheiten werden immer auf Kosten des Immunsystems durchgeführt. Schnell kommt es bei mehreren intensiven Einheiten innerhalb weniger Tage zu Überlastungen der Immunabwehr. Regenerative Trainingseinheiten in Form von ruhigen Radausfahrten sollten nach intensivem Training zur Entlastung und Regeneration fest eingeplant werden. Unintensive Ausdauerbelastungen hingegen fördern sogar das körpereigene Abwehrsystem, indem sie die Zellen und Wirkstoffe des Immunsystems aktivieren.

Ebenso stabilisiert eine intelligente Ernährung unsere Abwehr. Wer bewusst erholungsfördernd isst, gewinnt hiermit die halbe Miete. Als erster Baustein in unserer Abwehrkette sollte Zink genannt werden. Zink wird auch als zentrales Spurenelement für die Fitness bezeichnet. Denn viele Stoffwechselprozesse sind abhängig von diesem Element. Dazu gehören die Stärkung des Immunsystems, Verbesserung des Zellschutzes, Förderung der Wundheilung, Beschleunigung der Regeneration, Regelung des Hormonhaushaltes, Steuerung des Kohlenhydrat-Stoffwechsels und Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes. Zink fördert die Aktivität der natürlichen Killerzellen, die den grippalen Infekten den Garaus machen. Der Tagesbedarf liegt täglich bei 15 mg für Nichtsportler und 20 mg für Leistungssportler. Da eine Zufuhr in dieser Höhe allein durch Lebensmittel kaum zu realisieren ist, wird empfohlen, täglich 5-10 mg Zink als vorbeugende Maßnahme einzunehmen.

Besonders aktiv arbeitet das Immunsystem, wenn Vitamine E und ß-Carotin in ausreichendem Maße vorhanden sind. Vitamin E-Spender sind Weizenkeime und Nüsse, ß-Carotin ist besonders in Paprika, Karotten, Tomaten und auch Aprikosen zu finden. Ebenso kräftigt erhöhte Zufuhr an Vitamin C das System. Somit sollten immer genügend frisches Obst zu Hause sein, am besten eignen sich Südfrüchte wie Orangen, Kiwis und Grapefruits. Die Bedeutung von Zell-schutzfaktoren ist neben dem stabileren Immunsystem die Beschleunigung der Erholung nach Infekten und Verletzungen, höhere Belastbarkeit von Sehnen und Bändern sowie der Muskulatur.

Ein weiterer Baustein für ein starkes Immunsystem sind die sekundären Pflanzenstoffe. Sie kommen in Obst, Gemüse und Salat vor und sollten bei keiner Mahlzeit fehlen. Die Erforschung dieser Stoffe ist noch jung und nicht gänzlich ausgereift, dennoch ist sicher, dass sie Krebs entgegenwirken, das Immunsystem stärken, blutverdünnend, entzündungshemmend, zellschützend und Cholesterinspiegel senkend wirken. Frischer Knoblauch, Zwiebeln, Kohlarten, Kresse-Salat und Meerrettich gehören zu den immunstärkenden Naturheilmitteln. Andere förderlich wirkende Pflanzen und Kräuter aus der Natur sind verschiedene Teesorten wie Lindenblüten-Tee oder grüner Tee, Präparate aus Sonnenhut (Echinacin), Holunderbeer-, Sanddorn- und Schwarze Johannisbeer-Säfte, sowie naturbelassener Honig.

Denn es wird zwischen gesättigten und ungesät-tigten Fettsäuren unter-schieden. Gesättigte Fett-säuren sind die „schlechten“ Fette, die möglichst ge-mieden werden sollen. Sie kommen in Wurst, Fleisch, Käse, Kuchen, Schokolade und sonstigen Süßspeisen vor. Ungesättigte Fett-säuren hingegen benötigt unser Körper! Hier wird erneut unterschieden in einfach ungesättigte Fettsäuren, wie die Ölsäure (in Nüssen oder Olivenöl) und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, das sind die Omega-6-Fettsäuren (in Sonnenblumenöl, Distelöl und Nüssen) und die Omega-3-Fettsäuren (in Fisch, Speiseleinöl, schwarze Johannisbeerkerne). Beide Fettsäuren kann unser Körper nicht selbst herstellen und müssen deshalb durch die Nahrung zugeführt werden. Omega-6-Fettsäuren werden bei normaler bewusster Ernährung in ausreichendem Maße zugeführt, Omega-3-Fettsäuren hingegen sind eher Mangelware. Sie wirken entzündungshemmend und immunstabilisierend.
Als Aminosäuren werden die Grundbausteine der Eiweiße bezeichnet. Und Eiweiße wiederum sind die Grundbausteine aller Körperzellen. So steuern sie alle biochemischen Prozesse im Körper, transportieren Sauerstoff und Nährstoffe, sind die wichtigsten Strukturelemente von Muskelfasern, wirken als Gerüst und Schutz in Knorpelsubstanz, Knochen, Sehnen und Haut und sorgen schließlich für die Immunabwehr des Körpers. Insgesamt gibt es 22 Aminosäuren, davon kann acht der menschliche Körper nicht selbst herstellen. Sie werden „essentielle Aminosäuren“ genannt und müssen über die Nahrung zugeführt werden. Somit gilt: je größer der Anteil essentieller Aminosäuren eines Eiweißes ist, desto hochwertiger ist es. Prinzipiell gesehen ist tierisches Eiweiß hochwertiger als pflanzliches Eiweiß. Allerdings kann auch die Wertigkeit von Eiweiß durch gezielte Zusammensetzung von Lebensmitteln erhöht werden. Besonders vorteilhaft ist die Kombination Kartoffel und Ei, sehr gut auch Milch und Getreide, sowie Bohnen und Mais. Eine spezielle Aminosäure, die die körpereigene Abwehr aktiviert, ist Glutamin. Glutamin wirkt zum einen wie ein Katalysator, indem es die Zinkaufnahme im Körper fördert, zum anderen dient sie den Immunzellen als Hauptnährstoff und unterstützt die Regeneration. Reich an Glutamin sind Fleisch, Käse und Weizenkeime und vor allem Produkte mit konzentriertem Molkeneiweiß. Empfehlenswert ist bei glutaminreicher Kost eine zusätzliche Zufuhr an Vitamin B6, um optimale Verträglichkeit zu garantieren.

Last but not least trägt eine positive Lebenseinstellung zur Immun-stabilisierung bei. Wer mit Spaß trainiert und Freude an Sport, Nahrung und Leben hat, bleibt länger gesund!!