
Mountainbiker Manfred Reis wird 44. bei der WM in Australien. Andy Eyring scheidet verletzt aus.
Manfred Reis vom Team Marin Bikes hatte sich die Teilnahme an der U23-Weltmeisterschaft in Canberra (Australien) durch glanzvolle Vorleistungen gesichert. Nun war er da, der Saisonhöhepunkt. Doch das Ergebnis war ernüchternd.

Nach einem über 20 Stunden dauernden Flug hatte die deutsche U23-Mannschaft nur eine Woche Zeit, um sich zu akklimatisieren. In Australien ist derzeit Frühling und der September brachte dementsprechend kühle, windige Luftzüge, die über die Strecke hinwegwehten. Der Kurs zählt zu den technisch anspruchsvollsten überhaupt mit riesigen Felsen, vielen Singletrails und sandigem Untergrund. Diese Attribute charakterisieren den ganzen Stromlo Forest Park, in dem das Rennen stattfand. Einzig der namensgebende Wald war nicht mehr zu finden, denn er wurde vor drei Jahren bei einem Buschfeuer nahezu vollständig ausgelöscht.
Mit Startposition 60 von ungefähr 85 Startern war Manfred Reis, wie auch die übrigen Deutschen, sehr weit hinten klassiert. “Am Start war totaler Krieg. Es kam zu vielen Stürzen, die aber glücklicherweise hinter oder neben mir abliefen”, erzählt Reis. Durch eben diese Fehler der Konkurrenz wurde er bis auf Platz 30 nach vorn gespült. Dort wurde er Teil einer sechsköpfigen Gruppe, darunter noch zwei weitere Deutsche, sein Teamkollege Andy Eyring und Marcel Fleschhut. Für die Taktik und den Kampf gegen den Wind war dies eine hervorragende Ausgangssituation. Bis in die dritte Runde konnte sich die Gruppe bis auf Platz 25 vorarbeiten.

Doch dann geschah das große Unglück: Der Niederstaufener rutschte aufgrund der Ermüdung seiner Arme über den Lenker und stürzte. Die Folge war ein Plattfuß am Hinterrad. Mit diesem Handicap musste er den nächsten Kilometer bis zu Technikzone zurücklegen. Sein Mechaniker wechselte das Rad in rekordverdächtigen 17 Sekunden, doch Reis hatte schon über 15 Plätze verloren. Die angestrebte Aufholjagd wollte auch nicht nach Plan funktionieren und auch der richtige Rhythmus wollte sich nicht einstellen.
So wurde er auch nach der fünften von sechs Runden aufgrund der 80-Prozent-Regel vorzeitig aus dem Rennen genommen und beendete seine erste WM auf Platz 44 in einem Starterfeld auf sehr hohem Niveau. “Ohne Sturz und ohne Plattfuß wären die Top 25 drin gewesen. Schade, es ist einfach dumm gelaufen. Ich bin dennoch froh, überhaupt dabei gewesen sein zu können, durchgefahren zu sein und es geschafft zu haben”, bilanziert Reis.
Auch Andy Eyring hatte im weiteren Rennverlauf großes Pech: Er stürzte ebenfalls und wurde von einer Knieverletzung zur Aufgabe gezwungen.
An den kommenden zwei Wochenenden stehen noch Weltcuprennen in der französischen Schweiz und Österreich auf dem Plan, ehe die erfolgreiche Saison 2009 für die Fahrer des Team Marin Bikes zu Ende geht.
Fotos: Küstenbrück
Weitere Informationen zum Team Marin Bikes, auch über die einzelnen Teammitglieder, gibt es auf der Athletenseite!