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Hörlberg Crosstriathlon (13.09.2009)

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DER CROSS(TODES)TRIATHLON

Hallihallo,

wie der Titel schon verrät, lebe ich in letzter Zeit gern gefährlich ;) Vergangenen Sonntag war es mal wieder soweit: Ich habe mich kurzfristig dazu entschlossen die Triathlonsaison mit einem richtig coolen und witzigen Crosstriathlon in der Sandgrube Hügelmühle zu beenden.

Der Name der Location war Programm und wir trafen uns mehr oder weniger pünktlich um 9 Uhr früh in "Hügelmühle Downtown", dem Zentrum dieser 10-Einwohner Stadt bei Roth. Mit von der Partie waren Florian und Steffen, die ich überredet hatte mitzukommen, um nicht allein hinfahren zu müssen. Wir fuhren mitten hinein in die hiesige Sandgrube, die erstaunlich große Ausmaße annahm. Sie bestand aus, "surprise!" jeder Menge Sand, aber auch zwei Seen.

Von den zahlreichen Helfern vorort wurden wir dann auch gleich mit den Worten "ah...endlich ein paar Teilnehmer" begrüßt :) Der Blick auf die Starterliste ließ der nun folgenden Vermutung Fakten folgen: ganze 12! Starter standen darauf. Oh Verzeihung, es war auch eine Dame am Start. Christine Waitz, die zuvor gleich einen 2-Stunden-Lauf absolviert hatte und jetzt wahrscheinlich noch mal den Puls hochtreiben wollte?

Da einer der Teilnehmer nicht kommen sollte, waren wir dann letztendlich doch nur zu elft. Also lud ich erst einmal das Mountainbike aus dem Auto, das mir Steffen für dieses Rennen geliehen hatte. Mal abgesehen davon, dass es mir viel zu klein war, konnte ich mich anfänglich nicht beschweren. Hätte ich geahnt, was da noch auf mich zukommen sollte!!

Unsere überschaubare Startgruppe, ich nenne sie mal Startgruppe 1 ;) begab sich pünktlich um 10 Uhr ans Baggerwasser. Auf meine Frage nach der potentiellen Schwermetallbelastung im See, erntete ich nur schweigsame Mienen, die sich gegenseitig mit warnenden Blicken ansahen :) Naja, für die 500m sollten wir nicht allzu lange brauchen, den Neo hatten wir ja schließlich auch noch an. Ehe die ganzen kleinen Schwermetalle gemerkt hätten, dass ich im Wasser war, wäre ich auch schon wieder aus dem See heraus gerannt. Es gab zwei Wendemarkierungen (an Land!), die umrundet werden mussten. Bei der zweiten Wende rannten wir doch tatsächlich einen 10m hohen Sandberg! rauf, wieder herunter und sprangen mit Hechtsprung wieder ins Wasser.



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Der Startschuss fiel und ich versuchte mich hinter Florian zu platzieren, der beim diesjährigen IM Frankfurt 50min geschwommen war, und zu meiner großen Erstaunung klappte das sogar!! (hier sollte ich vielleicht nicht erwähnen, dass er keinen Neo anhatte ;) Nach der ersten Wendemarkierung hatten wir ersten 4 Schwimmer schon einen Abstand von 50m zu Steffen...oléolé...Dieser hatte anscheinend unseren kleinen Zug verpasst. Ich hüpfte wieder ins Wasser und ohweh..., es ging gar nichts mehr, meine Schultern brannten wie Sau und meine 3 Vorderleute schwammen mir Meter um Meter davon. Bei der zweiten Wende auf dem Sandberg waren sie nun jedenfalls schon 50m weg und ich hatte zu kämpfen um mir Christine und Steffen vom Hals zu halten. Ich spürte anscheinend schon hier die Wirkung der Schwermetalle!, sie schienen meine Schulter befallen zu haben, so schwer gingen die noch nie über den Kopf auf dem Weg zum nächsten Kraulzug!!!  

Mit Ach und Krach kam ich völlig außer Puste aus dem Wasser, 2 Monate trainingsfrei steckte mir dann doch noch in den Knochen. Ehe ich meinen Neo aushatte, war auch schon die Hälfte des Feldes an mir vorbei. Aber aufgeben war nicht, jetzt sollte es ja aufs Rad gehen und Steffen hatte mir ja laut eigenen Aussagen, extra sein "gutes Mountainbike" gegeben.

Und genauso fühlte es sich auch an! Es war voll gefedert, mit einer Hinterradfederung, die seinesgleichen sucht. Ich kam mir vor wie ein Kameltreiber, der auf seinem Arbeitsgerät hin und her geschüttelt wird. Nach einem Kilometer hatte ich schon Angst "seekrank" zu werden!! Bei jeder Pedalumdrehung schwang mein Sattel einen halben Meter nach oben und warf mich jedes Mal fast heraus. Als dann das Gelände begann, der Weg führte hinein in den Wald, hatte ich das Gefühl als würde mir jeden Moment das Hinterrad abbrechen, so viel Spiel hatte es! Na gut, Augen zu und durch...bis zum ersten Anstieg...auf einmal hielt kein einziger Gang mehr und die Kette sprang völlig willkürlich von oben nach unten und unten nach oben. Irgendwann hielt der Gang und zwar ausgerechnet im schwersten...unter Einsatz aller Kräfte bewegte ich mich im Zeitlupentempo den Berg hinauf. Nach 100m musste ich dann absteigen und das "Edelrad" nach oben schieben. Damit war ich dann zumindest genauso schnell wie mein vor mir fahrender Mitstreiter.



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Am Berg angekommen, ging es endlich wieder geradeaus. Mit hüpfenden Sattel, fast abfallenden Hinterrad und willkürlich wechselnden Gängen rumpelte ich völlig ahnungslos den kaum mehr erkennbaren Weg entlang. Nach ein-zwei Kilometern ging es dann auch endlich mal bergab und ich radelte was das Zeug hielt. Es fing an, mir richtig Spaß zu machen!! Im Geschwindigkeitsrausch rollte ich über Stock und Stein und folgte dabei den Streckenmarkierungen...oh...hatte ich da eine irgendwo verpasst?? Mit ungefähr 50 Sachen raste ich einen plötzlich vor mir auftauchenden Abhang entgegen...zum Bremsen war es viel zu spät...ach du Sch...ich machte innerlich schon mein Testament. Unter mir tauchte eine Schlucht auf und ich flog mit gefühlten 100km/h ein 100m langes Gefälle mit 40% hinab. Zum Bremsen hatte ich gar keine Zeit mehr, da ich den ganzen Bäumen vor mir ausweichen und gleichzeitig mit dem Hintern hinter dem Sattel rutschen musste, um nicht kopfüber einen Abgang über den Lenker zu machen. Das muss Todesangst sein!! Genauso steil wie es bergab ging, ging es auf der anderen Seite auch wieder berghoch. Trotz meines "Monsterschwungs", den ich mitnahm, musste ich doch auf der Hälfte des Anstiegs absteigen, weil es nicht mehr weiter ging. Eine Markierung verriet mir, dass ich mich noch auf der Strecke befand...oh Mann...dieses Stück hatte also wirklich zur Strecke gehört. Ein Adrenalinschock sondergleichen für einen vom Straßenbelag verwöhnten Triathleten.

Die restliche Strecke ging es für mich vor allem um Schadensbegrenzung. Steffen hatte bestimmt schon 20 Minuten Vorsprung nach meinen Eskapaden auf dieser Hammer-Radstrecke!! Ich bog genau in dem Moment in die Wechselzone ein, als er seine zweite Laufrunde in Angriff nahm. Jetzt aber die Beine in die Hand nehmen. Also stürzte ich hinter ihm her und versuchte ihn mit Rufen wie: "gleich hab ich dich, du Sau!" und "Was hast du mir da für ein Rad gegeben?! xxxx?!" aus dem Konzept zu bringen. Er ahnte wohl, was ihm blühen würde, obwohl ich wirklich mächtig drückte, wurde der Abstand zwischen uns nur unmerklich kleiner ;) Kurz vor Ende der ersten Runde ging es dann plötzlich eine 20m hohe Sandwand hinauf, richtig geil. Im Kletterstil brachte ich dieses Hindernis hinter mich!



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Mit fettem Grinsen lief ich schließlich 10 Sekunden nach Florian über die Ziellinie. Was für ein saucooles Event! Es hat jede Menge Spaß gemacht, obwohl Steffen wirklich alles versucht hat, mich aus der Konkurrenz hinaus zu katapultieren :)

Als ich schon eine Weile im Ziel war, kam erst die Nummer 2 angerannt, komisch...war der nicht die ganze Zeit vor mir auf dem Rad? Dass ich ihn irgendwann beim Laufen überholt habe, daran kann ich mich nicht erinnern. Nummer 2 war anschließend der Meinung, ich hätte abgekürzt! Hmm...hatte ich das? Von der Strecke hatte ich ja keine Ahnung, vielleicht bin ich unbeabsichtigt irgendwo falsch abgebogen...oh Wunder...dass ich danach auf den rechten Weg zurückfand :) Aber wenn mir das schon passiert ist, dann wusste ich auf einmal wo der 15minütige Vorsprung der anderen herkam...haha

Für nächstes Jahr kann ich diesen Wettkampf allen Ansässigen nur wärmstens ans Herz legen, soviel Spaß macht Triathlon selten. Der Wettkampf wird als "Hörlberg Crosstriathlon" bekannt gemacht. Ein kurzes Wort noch dazu: es handelte sich dabei um eine Trainingsveranstaltung der Organisatoren, war also kein offizieller Wettkampf!

Als ich dann Steffen in Nürnberg absetzte und er mit seinem "guten Mountainbike", das er mir geliehen hatte, die 100km nach Lichtenfels zurückradeln wollte, fiel ihm auf, dass das Vorderrad teils durch die Bremsen blockiert wurde. Nun wurde mir schlagartig klar, warum ich so dermaßen drücken musste auf diesem Rad und teils überhaupt nicht vorwärts kam!! Bevor ich auch nur reagieren und ihn einfangen konnte, radelte er schon los wie ein Irrer ;))

Auf die Saison 2009!!!

krelli


Mehr von Michael Krell

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Weitere Informationen zu Michael Krell, z.B. seine Wettkampfplanung für 2009 gibt es auf der Athletenseite!