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Biathlon Eckersmühlen (26.09.2009)

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Ein Biathlon der anderern Art

Am Samstag waren Bennie, Steffen und ich bei einem saucoolen Event am Start. Dem Biathlon in Eckersmühlen bei Roth. Der Wettkampf wurde vom hiesigen Schützenverein ausgerichtet. Es galt jeweils 1100m zu laufen, 5 Schuss liegend mit dem Luftgewehr zu schießen, wieder 1100m, nochmal schießen und abschließend ein letztes Mal 1100m, bevor zum nächsten Teammitglied übergeben wurde. Pro Fehlschuss musste eine 300m lange Strafrunde absolviert werden.

Die Vorzeichen unsrer lustigen Truppe standen gut. Steffen war während seiner Bundeswehrzeit im Nationalkader für militärischen Fünfkampf und Bennie hat schon seit Kindestagen in Finnland seine Familie mit geschossenen Bären zum Abendessen versorgt ;-) Nur ich hatte so gut wie noch nie geschossen, naja...mit dem Bogen kannte ich mich als Kind bestens aus.

Steffen und ich trafen viel zu früh am Schützenhaus ein, durften aber auch gleich mal die Schießanlage testen. Der Schützenmeister erkannte anhand daran wie ich die Waffe hielt, sofort glasklar: „du bist aber kein Schütze." Hmmm...da hatte er wohl Recht, leugnen war zwecklos! Nach einer kurzen Einweisung ging‘s los und ich malträtierte das Wandmaterial im Umkreis von einem Meter um die winzig kleine Zielscheibe herum. Nach ein paar Minuten konnte ich sogar ab und zu den schwarzen Kreis treffen. Wohlgemerkt, bei ruhigen Pulsschlag. Wie es gleich aussehen sollte, wenn ich mit Maximalpuls in die Schießhalle rannte, das bereitete mir noch etwas Bauchschmerzen.

Wir entschieden uns für die alte griechische Schlachtordnung und ließen erst die Elitetruppen starten (Steffen), bevor die Hilfstruppen (Ich) und letztendlich die erfahrenen Truppen (Bennie) den Rest einsammeln sollten.

Am Start waren hauptsächlich Schützen-, Feuerwehr- und Triathlon-Vereine. Der Startschuss fiel und los ging es. Steffen tauchte mit seiner kanariengelben sexy Laufhose nach 3:15 als erster am Schießstand auf und brauchte erst einmal eine kleine Ewigkeit bevor er seine erste Kugel laden konnte. Bevor er dann endlich seinen ersten Schuss abgab war sein Nebenmann schon fast fertig. Gespannt standen wir draußen und warteten...endlich kam er angerannt. Ein Fehlschuss bedeutete eine 300m Strafrunde. Zwischenzeitlich übernahm ein junger Meisterschütze aus dem Feuerwehrverein die Führung, aber mit deutlichen Schwierigkeiten im aeroben Bereich ;) Nach einer Strafrunde begab sich nun auch Steffen auf die zweite Runde. Unser Jubel war groß als er nach einem fehlerfreien zweiten Schießen die Führung übernahm und nach seiner letzten Runde an mich übergab...


Dermaßen motiviert ging ich wohl die ersten Meter etwas zu schnell an, kurz vor Ende der ersten Runde war ich schon heftig am Schnaufen und musst die letzten 100m erst einmal gehen um meinen Puls halbwegs wieder nach unten gehen zu lassen :) Mit zitternden Fingern und bebendem Puls hielt ich das Gewehr nun völlig verkehrt und ballerte auch gleich mal den ersten Schuss gegen die Deckenbeleuchtung. Neben mir brüllten Steffen und Bennie nun irgendwelche Empfehlungen und Tipps und der mir zugeteilte Schiedsrichter gab auch noch seinen Senf dazu, und schon war ich komplett verwirrt. Wie durch ein Wunder streiften meine nächsten vier Schüsse alle die schwarze Scheibe und das hieß, nur eine Strafrunde!!! Mit fliegenden Füßen nahm ich die nächsten 1400m in Angriff. Unsere Führung konnte ich bis dahin verteidigen. Beim zweiten Mal am Schützenhaus waren meine Arme und Hände ziemlich verschwitzt und ich hatte Probleme überhaupt die Kugeln in das Gewehr zu laden. Diesmal konnte ich nur 3 von 5 Schüssen irgendwo ins Schwarze treffen, das hieß diesmal 2 Strafrunden...Sch...insgesamt lagen nun also noch 1700m Vollgas vor mir! Die ersten zwei Strafrunden flog ich nur so über den Acker auf dem die Strafrunden abgesteckt waren und hatte in der letzten eigentlichen Laufrunde dementsprechend schon Probleme mein Tempo aufrechtzuerhalten. Das zweite Team kam gefährlich nahe an uns heran. Ziemlich platt übergab ich an unseren finnischen Meisterschützen Bennie, der Erfahrenste von uns allen.



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Jetzt standen wir beide nun am Streckenrand und warteten. Steffen wollte unbedingt unsere Schießscheiben zum vergleichen holen, „ne lass mal, meine Glücksschüsse möchte ich lieber nicht so genau analysieren." :-)

Bennie kam um die Ecke gerannt und verschwand in der Schießanlage. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam er wieder heraus und alle starrten gebannt, welchen Weg er einschlagen würde, rechts ab zur Strafrunde  oder geradeaus direkt zur nächsten Laufrunde. Nun er lief geradeaus, puhh...nochmal Glück gehabt. Wir kontrollierten kurz seine Zielscheibe, 4 von 5 Schuss genau in die Mitte der winzigen schwarzen Scheibe...wow!! Siegesgewiss bestellten wir schon mal 3 Weizen.

Und wir sollten nicht enttäuscht werden, auch beim zweiten Schießen blieb er fehlerfrei und in 49:23 rannte er als Letzter unseres Teams über die Ziellinie!!


Sogleich konnten wir auf dieses Ergebnis mit unserem bestellten Zielwasser anstoßen! Ein saulustiges Event dass jede Menge Spaß gemacht hat. Sollte man unbedingt mal ausprobieren. Nächstes Jahr sind wir garantiert wieder am Start.

Habt ihr gewusst, dass man vor einem solchen Wettkampf kein Alkohol trinken darf, da dies eine „ruhigere Hand" verursacht? Hmm...dann weiß ich ja, was ich mir beim nächsten Mal in die Trinkflasche fülle, dann brauche ich auch nicht so viele Strafrunden zu laufen.  ;-)

Haut rein!

krelli



Mehr von Michael Krell

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Weitere Informationen zu Michael Krell, z.B. seine Wettkampfplanung für 2009 gibt es auf der Athletenseite!