
Gemeinsam mit meiner Familie (meinem Mann Tom und Tochter Lisa) bin ich jetzt seit etwas einer Woche auf Kona, Hawaii. Wir sind zeitig angereist um sicherzustellen, genug Zeit für Akklimatisierung und die Umgewöhnung in die andere Zeitzone zu haben.
Da wir keinen Wert auf den Trubel im Zentrum von Kona legen und ich mich lieber in Ruhe auf das Rennen vorbereite, haben wir ein Apartment im Kona Coast Resort etwa 10 km entfernt vom Kailua Peer gemietet. Das Apartment ist geräumig und der Supermarkt direkt gegenüber der Anlage. Wir haben uns bereits eingelebt und fühlen uns wohl hier.
Mit dem Training bin ich mittlerweile fertig und mache im Rahmen meines Tapering Programms nur noch kurze Einheiten um ein paar Reize zu setzen - 90 min easy auf dem Rad und einen 60 min schnellen Lauf heute morgen z.B.
Letzte Woche habe ich einige der anderen Profis am Kurs getroffen und jetzt merkt man, dass auch schon immer mehr der Altersklassenathleten eintreffen.
Vor ein paar Tagen ist etwas Lustiges passiert. Während ich bei meinem 7 Uhr morgens Schwimmen war, hat Tom sich an der Kailua Bay mit einer Frau über Babysitting-Optionen für den Raceday unterhalten. Später hat sie uns eine Adresse gemailt und wir haben festgestellt, dass es Gina Kehr war. Sie war 9. Frau letztes Jahr hier und hatte gerade einmal 8 Monate zuvor ein Baby zur Welt gebracht. Übrigens hat sie uns angeboten, Lisa gemeinsam mit ihren Kindern von einer Bekannten babysitten zu lassen.
Auf dem Weg zurück zum Apartment sind wir entlang Alii Drive gefahren und haben bemerkt, dass die Restaurants sich bereits jeden Tag mehr füllen. Leider ist das alles, was ich von meiner Seite über die Restaurants hier erzählen kann, denn bei uns wird kurz vor den Rennen immer selbst gekocht (weniger Fett, weniger Zucker, etc.)
Im Supermarkt bekommt man hier für knapp über $5 ein super Filetsteak und nach ca. 10 Minuten auf dem Grill ist es von keinem Restaurant zu überbieten.
Ok, jetzt muss ich aber los für eine Runde auf dem Rad, bevor es noch heißer wird. Um 9 Uhr rum hat es hier schon um die 30 Grad.

Im Supermarkt gestern waren Hühnchenbrust, Fischfilet und die 1 % Fett Milch zu meiner Überraschung ausverkauft. Dann bemerkte ich all die rasierten Beine und die verschiedenen Sprachen, die um mich herum gesprochen wurden und mir wurde klar, was los war. Die große Zahl der Ironman Teilnehmer, die Agegroup Athleten, waren an diesem Wochenende angekommen.
Seitdem haben sich die Dinge in Kona dramatisch verändert. Außer dass viele Sachen plötzlich ausverkauft waren, sind die Preise im Supermarkt auch in die Höhe geschnellt.
Als ich dann heute zu meinem Morgenschwimmen entlang Alii Drive gefahren bin, wusste ich, dass die Weltmeisterschaft nur noch um die Ecke sein konnte. Um 7 Uhr war die Straße bereits mit Radlern, Läufern und anderen Leuten, die das Spektakel beobachteten, gefüllt.
Am Nachmittag sind wir zu Sports Authority um endlich den Speedo Badeanzug zu kaufen, auf den ich schon lange ein Auge geworfen hatte. Und da er in Deutschland fast das Doppelte kostete, habe ich ihn mir bis jetzt nicht geleistet - heute aber war es soweit.
Natürlich war dieses Geschäft voll mit Ironman Athleten. Gerade angekommen lief mir auch schon ein bekanntes Gesicht über den Weg - Andreas Niedrig. Erinnert ihr euch an den Mann, der vor einem knappen Jahr den Film "Vom Junkie zum Ironman" in die Kinos brachte?
Er war einer der großen Namen im Sport als Thomas Hellriegel den ersten Weltmeistertitel im Ironman nach Deutschland holte. Während wir uns unterhielten, erzählte er unter anderem über sein medizinisches Missgeschick. Als er sich einen Schleimbeutel entfernen ließ, hatten die Ärzte versehentlich seine Achillessehne durchtrennt. Dennoch schaffte er es wieder einmal auf die Beine zu kommen und sich im Alter von 42 Jahren noch einmal als Profi vor ein paar Wochen in Louisville für die WM zu qualifizieren. Es wird sein letztes Rennen hier sein und er wollte zum Abschied einfach noch einmal dabei sein beim legendären Ironman Hawaii. Mit ihm verliert der Sport einen der großen Athleten.
Gestern hat das Raceoffice eröffnet und ich bin am Nachmittag zur Registrierung. Offensichtlich hatte ich Glück mit dem Timing, denn es gab fast keine Schlange und in 15 min war ich mit allem durch und hatte mein Armband.
54 pro Frauen sind auf der Liste registriert und wirklich jede, die einen Namen in dem Sport hat, war darunter. Mein persönlich gesetztes Ziel unter die ersten 10 zu kommen wird sicherlich kein leichtes Unterfangen werden.
Beim Nachmittagslauf später habe ich Lucie Zelenkowa vom Team TBB getroffen (sie hat IM South Afrika dieses Jahr gewonnen und war dann in Klagenfurt allerdings hinter mir). Sie hat erzählt wie sie Anfang August bei einem Rennen gestartet ist und beim Radteil 15 min auf Virginia Bersategui verloren hat, weil sie sich irgendwie burned out gefühlt hat. Nach dieser Erfahrung hat sie eine kurze Pause genommen und fühlt sich jetzt wieder frisch und bereit für das Rennen.
Sie war heute erst aus Korea angekommen wo sie mit TBB ein 4 wöchiges Trainingslager absolviert hatten. Heute, nach 4 Wochen hat sie ihren Lebensgefährten zum ersten Mal direkt auf Big Island wieder getroffen - das einzige Problem ist, dass er sich jetzt nach Urlaub mit ihr fühlt - sie aber nach Racing...
Ansonsten lass ich z.Zt. die Beine hängen so kurz vor dem Rennen und verbringe viel Zeit mit meiner Tochter und meinem Mann, entweder auf dem Sofa oder im Pool :-)

Gestern haben der berühmt, berüchtigte Unterhosenlauf, die Pasta Party und das Pre-Race Meeting stattgefunden. An den ersten beiden Veranstaltungen habe ich nicht teilgenommen, da ich mich kurz vor Rennen lieber in Ruhe mental vorbereite.
Beim Pre-Race Meeting haben sich alle Profis zum ersten Mal hier auf Kona getroffen. Es fand um 13 Uhr unter einem großen Zeltdach statt und dementsprechend waren die Temperaturen darunter ca. 35 Grad. Dir Offiziellen wollten uns wohl schon mal auf das Klima im Energy Lab vorbereiten... dort haben sie für Samstag 40 Grad vorausgesagt.
Alle Profis sahen sehr konzentriert aus und es wurden kaum Zwischenfragen gestellt. Chrissie war eine der wenigen - sie wollte wissen wie der Weg für den ersten Läufer freigehalten wird. Ich nehme an, sie hat vor am Kursrekord zu rütteln..
Ebenfalls erwähnt wurde, dass sämtliche Baustellen auf der Radstrecke weg sind und sehr schnelle Radsplits erwartet werden. Abhängig allerdings vom Mumuku Wind, zu dessen erwarteter Stärke nur gesagt wurde: Kann überall von 10-60 Meilen pro Stunde liegen!
Heute morgen habe ich mein Rad fertig hergerichtet und bin dann noch mal 30 min testgefahren, um sicherzustellen alles ist in Ordnung. Bike check-in ist heute zwischen 12 und 14 Uhr.
Morgen werde ich um 4 Uhr aufstehen und um 6.45 Uhr wird das Schwimmen, durch einen Kanonenschuss, gestartet.
Weitere Informationen zu Sonja Tajsich, z.B. einen sportlichen Lebenslauf, gibt es auf der Athletenseite!